Gestern Abend wurde ich Zeugin eines tragischen Autounfalls.
Ich war auf dem Weg zu meinem Englischkurs, als mir ausserhalb von Finchdean ein Wagen entgegenkam. Im gleichen Moment sah ich einen kleinen Hasen aus einer Hecke springen, direkt vor das Auto! Eine Vollbremsung verhinderte dass ich den Kleinen erwischte, doch der Fahrer des entgenkommenden Wagens scherte sich weniger um den flauschigen Kollegen, der auf der Strasse um sein Leben rannte, und ueberfuhr ihn direkt vor meine Augen.
Im Rueckspiegel sah ich, dass der kleine Hase noch zappelte, und als ich ausstieg hoerte ich ihn schreien, es war schrecklich. Ein anderes Auto kam naeher, also habe ich den Kleinen von der Strasse getragen, und Baz angerufen. Wir haben das kleine Unfallopfer heim gebracht, um es genauer anzuschauen und zu entscheiden, was zu tun ist. Er versuchet abzuhauen, doch seine Hinterbeine schienen verletzt, und er blutete aus dem Po.:-((
Wir beschlossen, ihn ueber Nacht im Bad zu lassen und zu sehen, ob er sich von dem Schock erholt. Es war so traurig, ich dachte, man muesse ihn vielleicht umbringen, um ihn zu erloesen, aber wie? Da wir immer von dem Bunny sprachen, Steffi aber den gleichen Spitznamen hat, wurde der kleine Rabbit dann "Hase" getauft:-)
Heute morgen stellte sich heraus, dass zwar Farah Fawcett und Michael Jackson die Nacht nicht ueberlebt haben, Hase jedoch schon, und zwar gut. Die Verletzungen haben ihn nicht davon abgehalten, im ganzen Bad zu koetteln (keine Sorge, ich hab alles desinfiziert und geputzt inzwischen), und wir sahen ihn auch wieder rumhoppeln, also beschlossen wir, Hase wieder in die Freiheit zu entlassen.
Alle waren wir froh dass unser kleiner Herr Hase so ein Kaempfer ist! Und ich bin froh, dass Baz mir nicht gesagt hat, dass ich einen an der Klatsche habe, als ich ihn heulend angerufen und gebeten hab, zu kommen , einen ueberfahrenen Hasen zu retten...
Freitag, 26. Juni 2009
Donnerstag, 18. Juni 2009
Neuer Lieblingssport
Diejenigen unter euch, die mich gut kennen, wissen, dass ich nicht gerade der Riesensportfreak bin. Die Liebe zu meinem Fahrrad habe ich zwar entdeckt, doch dass ist noch nicht allzu lange her. Doch hier habe ich nun eine Sportart entdeckt, die meinen Anspruechen gerecht wird: Kurzweilig, jeder kann mitmachen, macht Spass, man wird nicht allzu dreckig oder schwitzt wie ein Schw...., und, das Wichtigste, ich war sofort gut darin:-)!!
Wellie Throwing!!
(in unseren Breitengraden wuerde es wohl Gummiestiefelweitwurf genannt) Benoetigt wird fuer diese Sportart nur ein Paar Gummistiefel (hier in jedem Haushalt ausreichend vorhanden), eine laengere freie Wurfstrecke (Gras, Strasse, egal) und nein, keine spezielle Sportbekleidung (Lidl ist darueber sehr enttaeuscht, wird aber bald eine spezielle "Wellie" Linie lancieren, die besonders rissfest ist).
Kinder treten gegen Kinder an, Frauen gegen Frauen und Maenner gegen, richtig, Maenner. Es wird sich aufgestellt mit dem Ruecken zur Wurfstrecke, dann den "Wellie" (Engl. kurz fuer Wellington, wie die Gummiestiefel hier genannt werden, nach General Wellington, der in Waterloo... das fuehrt hier zu weit:-) also, den Wellie gepackt und ihn Rueckwaerts hinter sich geschmissen, so weit wie moeglich versteht sich (hierzu gibt es keine Regel, jeder darf seine eigene "Technik" anwenden. Ich beispielsweise bevorzuge den Stiefel an der Spitze zu packen, Absatz zeigt nach unten, Beine leicht spreizen, Stiefel senken und dann ab!:-)
Der weiteste Wurf gewinnt. Das Tolle an dem Spiel ist, dass jeder mitmachen kann, auch Leute mit Krueckstock und sogar Rollstuhlfahrer werden nicht ausgeschlossen. Sicherheitshelme sind nicht Pflicht, waeren aber zeitweise angebracht, da nicht immer voraussagbar ist, welche Flugbahn der Wellie nehmen wird (feuchte Wellies sind glitschig und koennen selbst dem festesten Griff entgleiten, also aufgepasst!!)
Praedikat: Very British!!
Mittwoch, 17. Juni 2009
Jane Austen's House, Chawton

Letztes Wochenende hatte ich Besuch von meiner Mama, ihres Zeichens grosser Jane Austen Fan. Wie der Zufall es so wollte, lebte die Gute vor 200 Jahren nicht weit von meinem derzeitigen Wohnort, in einem kleinen suessen Oertchen namens Chawton. Wir fuhren also hin.
Es war ein wunderbarer warmer Tag, die Sonne schien und als wir ankamen, stellten wir fest, dass ausserdem an diesem Wochenende ein Tag des offenen Gartens stattfand. Es war einfach nur schoen:-)
Links klopft Mama an Janes Tuer:-)
Mehr Bilder!!
Sonntag, 7. Juni 2009
auf der Rennbahn








Und wieder habe ich einem echt britischen Spektakel beiwohnen duerfen, denn am Samstag abend war der ganze Haufen mit den Williamsons zum Greyhoundracing in Portsmouth.
Maximal sechs dieser wunderschoenen Hunde treten gegeneinander an, auf unterschiedlichen Distanzen. Der "Falsche Hase", siehe Bild oben, wird auf einer Schiene aussen entlang der Rennbahn gezogen , an den Gattern der Hunde vorbei, dann werden sie losgelassen- und es ist echt unglaublich wie schnell die rennen koennen!!! Mehr als 45mph, damit sind sie die schnellsten Hunde der Welt:-) Natuerlich haben wir auch alle gewettet. Ich habe mit sicherem Auge immer die suessesten ausgesucht, auf die ich dann gesetzt habe(irgendein Schema muss man ja anwenden:-), und die sind dann auch immer ziemlich zuverlaessig letzte geworden:-) Ihr muesst doch aber zugeben, ein Hund mit dem Namen "Summer Lovin" klingt doch nach Gewinner:-)!!

Naja, da ihr mich ja gut kennt koennt ihr euch ja denken dass ich besorgt war, ob mir das gefaellt, ob die Hunde nicht gequaelt werden oder sonst was. Ich glaube, es ist nicht so brutal wie ich es mir vorgestellt habe. Dennoch bin ich davon ueberzeugt, dass sie lieber ueber eine Wiese rennen wuerden, mit anderen Hunden spielen (Greyhounds sind erwiesenermassen die am wenigsten zu agression neigende Hunderasse!) und am Abend in einem kuscheligen Hundebett liegen wuerden, statt immer nur in der Arena ihre Runde zu drehen, danach eingefangen und wieder in ihren Zwinger verfrachtet zu werden. Der Hund auf dem Bild ganz oben hatte nach weiteren zwei Runden, als das Rennen schon vorbei war, immer noch keine Lust wieder eingefangen zu werden.
Da mich diese Rasse so begeistert, habe ich mal recherchiert: Die meisten Greyhounds werden mit etwa vier Jahren in Rente geschickt. Manche haben keine Lust mehr, dem Hasen nachzujagen, sicherlich viele auch Verletzungsbedingt (gestern sind auch zwei uebereinander gestuerzt....mit umgerechnet etwa 72 kmh sicherlich sehr gefaehrlich fuer die Hunde). Da bleiben noch gute 8 bis zehn Hundejahre bevor das Leben wirklich zu Ende ginge. Leider werden viele eingeschlaefert, weil sie ausgediehnt haben. Besonders in Irland ist das wohl gaengig, und kann direkt am Renntag auf der Rennbahn erledigt werden......danke.
In den vielen "Greyhound-rescues" gibt es Hunde, die von ihren Besitzern dort zur Weitervermittlung abgegeben wurden, was wohl noch das Beste ist. Ich habe von einigen ausgesetzten Hunden gelesen, deren Ohren abgeschnitten wurden. Es ist verpflichtend, diese taetowieren zu lassen, um auf der Rennbahn zugelassen zu werden. Keine Ohren, keine Taetowierung, niemand weiss wem der Hund gehoert hat. England ist so ein tierliebes Land, nur Ausnahmen gibt es wohl echt immer.
Ich muss nicht wieder zum Greyhoundracing. England hat soviel Schoeneres zu bieten. Auch die Greyhounds gehoeren dazu. Aber fuer mich lieber nicht auf einer Rennbahn.
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